Neue Wettanbieter 2026: So erkennen Sie seriöse neue Buchmacher

TL;DR

  • Rund 30 Buchmacher besitzen eine deutsche Sportwetten-Erlaubnis; ob ein Newcomer dazugehört, zeigt die Whitelist der GGL.
  • Die Wettsteuer beträgt 5,3 Prozent: Manche Anbieter reichen sie an Kunden weiter, andere zahlen sie aus eigener Marge und werben mit steuerfreien Wetten.
  • LUGAS begrenzt Einzahlungen auf 1.000 € pro Monat über alle Anbieter hinweg, OASIS regelt Sperren samt Panik-Button.
  • Prüfen Sie jeden neuen Anbieter vor der Einzahlung: Lizenz, Impressum, Quotenschlüssel, Bonusbedingungen und eine frühe Testauszahlung.
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Der deutsche Wettmarkt steht selten still. Immer wieder gehen neue Wettanbieter an den Start, mal als komplett neue Marke, mal als international erfahrener Buchmacher mit frischer deutscher Erlaubnis. Für Tipper ist diese Bewegung erfreulich, denn Konkurrenz belebt Quoten, Apps und Aktionen. Zugleich vertrauen Sie einem Newcomer echtes Geld an, bevor er eine lange Erfolgsbilanz vorweisen kann.

Dieser Ratgeber ordnet ein, wie der Sportwettenmarkt in Deutschland aufgestellt ist, womit neue Buchmacher werben und welche Regeln für alle gelten: von der Wettsteuer über LUGAS und OASIS bis zu den Grenzen bei Livewetten. Dazu gibt es eine Checkliste für die Prüfung vor der ersten Einzahlung.

Ab wann gilt ein Wettanbieter als neu?

Eine offizielle Definition existiert nicht. In der Praxis meint der Begriff drei Gruppen: komplett neue Unternehmen, die erstmals Sportwetten anbieten, etablierte internationale Buchmacher, die frisch in den deutschen Markt eintreten und dafür eine Lizenz beantragen, und Relaunches, bei denen eine bestehende Plattform unter neuem Namen startet.

Der Unterschied ist wichtiger, als er klingt. Ein Buchmacher, der seit fünfzehn Jahren in mehreren Ländern Wetten abwickelt und lediglich seine Marke für Deutschland neu aufsetzt, bringt Routine in Quoten, Zahlungen und Service mit. Ein echtes Start-up muss all das erst beweisen. Wer dahintersteht, verrät das Impressum.

Wissenswert

Hinter vielen neuen Wettmarken steht eine bekannte Muttergesellschaft. Prüfen Sie im Impressum, wer die Plattform betreibt und seit wann. Das Alter der Marke sagt wenig über die Erfahrung der Firma dahinter aus.

Der rechtliche Rahmen: Sportwetten sind legal

Seit dem 1. Juli 2021 regelt der Glücksspielstaatsvertrag das Online-Glücksspiel bundesweit, die Aufsicht liegt bei der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder, kurz GGL. Anders als der stark beschnittene Online-Casino-Bereich ist der Sportwetten-Sektor ein großes, offiziell erlaubtes Segment. Rund 30 Unternehmen besitzen derzeit eine gültige Sportwetten-Erlaubnis und betreiben damit etwas mehr als 30 Wettseiten.

Alle erlaubten Angebote stehen auf der Whitelist der GGL, einer öffentlichen Liste, die regelmäßig aktualisiert wird und sich nach Glücksspielart filtern lässt. Steht ein neuer Wettanbieter dort, wetten Sie bei ihm legal. Fehlt er, ist sein Angebot in Deutschland unerlaubt, egal wie seriös die Seite wirkt.

Parallel existiert ein erheblicher Schwarzmarkt aus Anbietern mit Lizenzen aus Malta, Curaçao oder anderen Jurisdiktionen, gegen den der Gesetzgeber mit einer weiteren Reform des Staatsvertrags vorgehen will. Für Sie als Kunde bleibt die Lage einfach: Die Whitelist entscheidet, nicht die Werbung.

Wissenswert

Die Whitelist steht auf der offiziellen Seite der GGL, lässt sich nach Sportwetten filtern und nennt zu jeder Erlaubnis den Inhaber samt Domains. Der Abgleich dauert keine zwei Minuten.

Womit neue Wettanbieter Kunden gewinnen wollen

Da alle lizenzierten Buchmacher denselben Regeln unterliegen, findet der Wettbewerb beim Produkt statt. Die erste Stellschraube sind die Quoten: Wer neu ist, kalkuliert in den Topligen oft mit schmalerer Marge, um in Vergleichen aufzutauchen. Die zweite ist die App mit kurzen Ladezeiten und wenigen Klicks bis zur Wettabgabe. Drittens rüsten Newcomer ihr Live-Center auf, mit Echtzeit-Statistiken, Spielfeldgrafiken und schnellen Datenfeeds.

Viertens setzen sie auf Funktionen wie Bet Builder, mit dem Sie mehrere Märkte eines Spiels zu einer Wette kombinieren, und Cashout, also den vorzeitigen Verkauf eines laufenden Tipps. Fünftens locken Aktionen: Quotenboosts, Kombiwetten-Versicherungen, Treueprogramme. Gerade in der Startphase fallen solche Angebote oft großzügiger aus als bei alteingesessenen Marken.

Tipp

Ein Quotenboost ist nur so viel wert wie die Basisquote dahinter. Ein dauerhaft guter Quotenschlüssel bringt über die Saison mehr als ein einzelner spektakulärer Boost.

Der Quotenschlüssel: die ehrlichste Zahl im Vergleich

Jede Quote enthält eine eingebaute Gewinnspanne des Buchmachers. Der Quotenschlüssel gibt an, wie viel vom Einsatz aller Kunden rechnerisch zurückfließt. Bei einem Zweiweg-Markt rechnen Sie ihn selbst aus: Kehrwerte der beiden Quoten addieren, dann eins durch diese Summe teilen. Ergibt das 0,95, liegt der Schlüssel bei 95 Prozent.

Als Faustregel gilt: In großen Fußballligen sollte ein guter Anbieter im Schnitt mindestens 93 bis 94 Prozent erreichen, bei Bundesliga-Topspielen gern mehr. Rutschen Nebenmärkte deutlich unter 90 Prozent, wird das Wetten dort auf Dauer teuer, egal wie hübsch die App aussieht.

QuotenschlüsselQuote statt fairer 2,00Rechnerischer Rückfluss je 1.000 € Umsatz
98 %1,96980 €
95 %1,90950 €
93 %1,86930 €
90 %1,80900 €

Zwischen 93 und 90 Prozent liegen bei 1.000 € Umsatz rechnerisch 30 €, ohne dass sich an Ihren Tipps etwas ändert. Ein neuer Anbieter, der hier stark ist, verdient echte Aufmerksamkeit.

Tipp

Rechnen Sie den Schlüssel vor der Registrierung an einem realen Spiel nach und vergleichen Sie dieselbe Partie bei zwei oder drei Buchmachern. Zehn Minuten Aufwand schlagen jede Werbeaussage.

Die Wettsteuer von 5,3 Prozent: wer sie wirklich zahlt

Deutschland erhebt auf Sportwetten eine Steuer nach dem Rennwett- und Lotteriegesetz. Eingeführt wurde sie 2012 mit 5 Prozent, seit Juli 2021 beträgt sie 5,3 Prozent des Einsatzes. Rechtlich schuldet sie der Veranstalter der Wette, also der Buchmacher. In der Praxis entscheidet jeder Anbieter selbst, ob er die Kosten weiterreicht oder aus der eigenen Marge bezahlt. Daraus ergeben sich drei Modelle, die Sie auf dem Wettschein sofort erkennen.

ModellSo funktioniert esAuszahlung bei 100 € auf Quote 2,00 (gewonnen)
Anbieter übernimmt die SteuerSteuer wird aus der Marge bezahlt, Quoten bleiben unverändert200,00 €
Steuer vom Einsatz5,3 % werden beim Platzieren vom Einsatz abgezogen189,40 €
Steuer vom Gewinn5,3 % werden bei der Auszahlung vom Gesamtbetrag abgezogen189,40 €

Bei gewonnenen Wetten führen die beiden Weitergabe-Modelle zum selben Ergebnis. Spürbar besser fahren Sie bei Anbietern, die die Steuer selbst tragen: Im Beispiel oben macht das 10,60 € pro gewonnener Wette aus. Gerade neue Buchmacher nutzen die Steuerübernahme gern als Kampfansage an die Konkurrenz. Vergleichen Sie deshalb stets die Nettoquote, also das, was nach Steuer wirklich ausgezahlt wird.

Wissenswert

Steuerfrei wetten bedeutet nie, dass keine Steuer anfällt. Der Buchmacher führt die 5,3 Prozent in jedem Fall ans Finanzamt ab und verzichtet lediglich darauf, sie Ihnen in Rechnung zu stellen. Für private Tipper sind Wettgewinne zudem einkommensteuerfrei; erst wer gewerbsmäßig wettet, fällt aus diesem Grundsatz heraus.

LUGAS und OASIS: Spielerschutz in der Praxis

Zwei Systeme begegnen Ihnen bei jedem lizenzierten Anbieter, auch bei jedem Newcomer. LUGAS ist das zentrale Überwachungssystem der Bundesländer. Seine Limitdatei setzt das anbieterübergreifende Einzahlungslimit von 1.000 € pro Monat durch: Wer bei einem Buchmacher 600 € eingezahlt hat, kann bei allen anderen zusammen im selben Monat höchstens noch 400 € nachlegen. Mit Einkommensnachweis lässt sich das Limit auf bis zu 10.000 € erhöhen.

Die Aktivitätsdatei von LUGAS verhindert paralleles Spielen. Konten bei mehreren Anbietern sind erlaubt, aktiv sein können Sie aber immer nur bei einem. Beim Wechsel gilt eine Wartezeit von einigen Minuten.

OASIS ist die zentrale Sperrdatei, verwaltet vom Regierungspräsidium Darmstadt. Wer sich selbst sperrt oder gesperrt wird, kann bei keinem lizenzierten Anbieter mehr spielen, die Mindestdauer beträgt drei Monate. Dazu kommt der Panik-Button: Ein Klick löst eine sofortige, anbieterübergreifende Sperre von 24 Stunden aus.

Wissenswert

Beide Systeme greifen unabhängig vom Alter des Anbieters. Auch ein Buchmacher, der erst seit wenigen Monaten am Markt ist, muss OASIS und LUGAS angebunden haben. Fehlt die Anbindung, fehlt die deutsche Lizenz.

Achtung

Eine zentrale Übersicht über Ihr verbleibendes LUGAS-Limit gibt es nicht. Wer bei mehreren Buchmachern aktiv ist, sollte seine Einzahlungen selbst mitschreiben, sonst platzt die nächste im ungünstigsten Moment.

Livewetten, Cashout und Bet Builder unter deutscher Lizenz

Vor dem Anpfiff ist das Angebot lizenzierter Anbieter breit: Ergebniswetten, Handicaps, Über/Unter-Wetten und viele Ereigniswetten sind erlaubt, sofern sie im genehmigten Wettprogramm stehen. Live wird es enger. Zulässig sind Wetten auf das Endergebnis und auf seltene Ereignisse wie das nächste Tor oder den nächsten Satz. Livewetten auf Ecken, Karten oder Einwürfe sind unter deutscher Lizenz tabu, weil solche häufigen Ereignisse als manipulationsanfällig gelten.

Auch beim Cashout hat der Gesetzgeber nachjustiert: Seit 2023 wird der Betrag aus einem vorzeitig verkauften Tipp nicht mehr sofort gutgeschrieben, sondern zeitversetzt. Das soll impulsive Anschlusswetten bremsen. Der Bet Builder funktioniert bei lizenzierten Anbietern ebenfalls, allerdings nur mit den erlaubten Märkten. Untersagt sind daneben Wetten auf Amateurfußball. Diese Grenzen erklären, warum manche Newcomer ohne deutsche Lizenz offensiv mit grenzenlosen Livewetten werben: Was wie ein Vorteil klingt, ist das deutlichste Erkennungszeichen eines unerlaubten Angebots.

Achtung

Wirbt ein neuer Wettanbieter mit Livewetten auf die nächste Ecke oder Gelbe Karte, besitzt er keine deutsche Erlaubnis. Damit fehlen Limit, Sperrsystem und Rechtsweg, und die Teilnahme an unerlaubtem Glücksspiel ist zudem strafbar.

In sieben Schritten: einen neuen Wettanbieter prüfen

Mit dieser Reihenfolge trennen Sie seriöse Newcomer zügig von riskanten Angeboten.

  1. Whitelist abgleichen. Steht der Anbieter mit exakt dieser Domain auf der GGL-Liste? Ohne Treffer endet die Prüfung hier.
  2. Impressum lesen. Welches Unternehmen betreibt die Seite, wo sitzt es, seit wann existiert es?
  3. Quotenschlüssel nachrechnen. Zwei oder drei reale Spiele mit anderen Buchmachern vergleichen.
  4. Bonusbedingungen prüfen. Mindestquote, Umsatzvorgaben und Fristen vor der Einzahlung lesen, nicht danach.
  5. Zahlungswege ansehen. Bekannte Methoden, keine Gebühren, Auszahlung auf das eigene Konto.
  6. Support testen. Eine konkrete Frage im Live-Chat stellen, auf Tempo und Qualität achten.
  7. Klein starten. Erste Einzahlung bewusst niedrig halten und früh eine Auszahlung anstoßen.
Tipp

Die Testauszahlung ist der wertvollste Schritt. Zahlen Sie wenig ein, wetten Sie ein paar Runden und lassen Sie sich 20 € auszahlen. Wie reibungslos das klappt, sagt mehr über einen Newcomer als jede Bewertung.

Bonusangebote neuer Anbieter richtig lesen

Neukundenangebote sind das lauteste Werbemittel neuer Buchmacher. Üblich sind Einzahlungsboni, Gratiswetten, bei denen im Gewinnfall nur der Reingewinn ausgezahlt wird, sowie Kombiwetten-Versicherungen und Cashback. Boni ohne Einzahlung sind selten geworden und meist klein.

Entscheidend ist das Kleingedruckte. Vier Stellhebel bestimmen den echten Wert: die Mindestquote, zu der Bonusumsätze zählen, die Umsatzvorgabe, die Frist dafür und Ausschlüsse einzelner Zahlungsmethoden oder Märkte. Ein kleinerer Bonus mit milden Bedingungen ist regelmäßig mehr wert als ein großes Paket, das sich praktisch nie freispielen lässt.

Achtung

Überzogene Willkommenspakete sind ein Warnsignal. Lizenzierte deutsche Anbieter bleiben bei Neukundenboni moderat. Verspricht ein Newcomer ein Vielfaches davon, stammt das Angebot fast immer von einer Plattform ohne deutsche Erlaubnis.

Zahlungsmethoden: was ein guter Newcomer bietet

Bei lizenzierten Anbietern laufen Zahlungen über Wege, die sich eindeutig Ihrem eigenen Konto zuordnen lassen: Visa und Mastercard, Sofortüberweisungen über Dienste wie Trustly oder Klarna, Banküberweisungen sowie Apple Pay und Google Pay. PayPal hat eine Sonderrolle, denn der Dienst arbeitet im deutschen Wettmarkt ausschließlich mit lizenzierten Anbietern zusammen.

Anonyme Zahlungswege und Kryptowährungen finden Sie bei Anbietern mit deutscher Erlaubnis dagegen nicht. Wirbt ein neuer Buchmacher prominent mit Bitcoin-Einzahlungen, richtet sich sein Angebot am regulierten deutschen Markt vorbei. Vor der ersten Einzahlung steht hierzulande außerdem immer die Identitätsprüfung, kein Schikane-Extra des Newcomers, sondern Pflicht.

Tipp

PayPal im Kassenbereich ist ein starkes Indiz für eine deutsche Lizenz, ersetzt den Whitelist-Abgleich aber nicht. Prüfen Sie beides, dann sind Sie auf der sicheren Seite.

Wo Newcomer typischerweise schwächeln

Auch ein lizenzierter neuer Anbieter bleibt ein junges Produkt. Typische Schwachstellen: keine belastbare Auszahlungshistorie, ein bei Großereignissen schnell überlasteter Support, dünnere Märkte und Limits abseits des Fußballs sowie technische Kinderkrankheiten wie App-Abstürze in den ersten Monaten. Dazu kommt das Geschäftsrisiko: Der Markt ist umkämpft, und wer sich nicht durchsetzt, zieht sich irgendwann zurück. Guthaben wird bei einem geordneten Rückzug zwar ausgezahlt, bequem ist der Vorgang trotzdem nie.

Vorteile neuer Wettanbieter

  • Oft aggressive Quoten in den Topligen
  • Moderne Apps und aufgeräumte Wettscheine
  • Großzügige Aktionen in der Startphase
  • Frische Funktionen wie Bet Builder und starke Live-Center

Nachteile neuer Wettanbieter

  • Keine langjährige Auszahlungsbilanz
  • Support und Technik noch nicht krisenerprobt
  • Dünnere Märkte abseits des Fußballs
  • Risiko eines späteren Marktrückzugs
Tipp

Lassen Sie bei einem Newcomer kein großes Guthaben auf dem Wettkonto liegen. Zahlen Sie Gewinne regelmäßig aus, das kostet nichts und senkt Ihr Risiko sofort.

Achtung

Glücksspiel kann süchtig machen. Setzen Sie sich feste Einzahlungs- und Verlustlimits und behandeln Sie Einsätze als Ausgabe für Unterhaltung, nie als Einkommensquelle. Kostenlose und anonyme Hilfe finden Sie bei der BZgA unter check-dein-spiel.de und telefonisch unter 0800-1-372-700. Das Angebot richtet sich an alle ab 18 Jahren.

Häufige Mythen über neue Wettanbieter

Mythos: Neue Wettanbieter sind automatisch unseriöser als etablierte.

Falsch in dieser Pauschalität. Über die Sicherheit entscheidet die Lizenz, nicht das Gründungsjahr. Ein Newcomer mit deutscher Erlaubnis unterliegt denselben Pflichten wie der älteste Buchmacher am Markt: Anbindung an OASIS und LUGAS, geprüftes Wettprogramm, Identitätskontrolle vor der ersten Einzahlung. Umgekehrt macht ein bekannter Name ohne deutsche Lizenz das Angebot hierzulande unerlaubt. Prüfen Sie die Whitelist und das Unternehmen dahinter, nicht das Alter der Marke.

Mythos: Wetten ohne Wettsteuer heißt, es fällt keine Steuer an.

Falsch. Die Steuer von 5,3 Prozent auf den Einsatz entsteht bei jeder Sportwette eines deutschen Kunden, geschuldet wird sie vom Veranstalter. Wirbt ein Anbieter mit steuerfreien Wetten, übernimmt er die Abgabe lediglich aus der eigenen Marge, statt sie weiterzureichen. Für Sie ist das trotzdem bares Geld wert: Bei 100 € Einsatz auf Quote 2,00 bekommen Sie 200 € statt 189,40 €.

Mythos: Das Einzahlungslimit von 1.000 € gilt bei jedem Anbieter einzeln.

Falsch. Das Limit gilt anbieterübergreifend und wird über die Limitdatei von LUGAS in Echtzeit durchgesetzt. Wer im laufenden Monat bei einem Buchmacher 800 € eingezahlt hat, kann bei allen anderen lizenzierten Anbietern zusammen höchstens noch 200 € einzahlen. Ein Konto bei einem neuen Wettanbieter verschafft also kein zusätzliches Budget. Mit Einkommensnachweis lässt sich das persönliche Limit auf bis zu 10.000 € anheben.

FAQ

Sind neue Wettanbieter in Deutschland legal?
Das hängt allein von der Lizenz ab. Ein neuer Buchmacher mit Erlaubnis der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder (GGL) ist genauso legal wie ein etablierter. Ob eine Erlaubnis vorliegt, prüfen Sie in der öffentlichen Whitelist der GGL, die sich nach Sportwetten filtern lässt. Anbieter, die dort fehlen, sind in Deutschland unerlaubt, egal wie professionell ihre Seite wirkt.
Wie hoch ist die Wettsteuer und wer zahlt sie?
Die Steuer beträgt 5,3 Prozent des Einsatzes und wird rechtlich vom Buchmacher geschuldet. In der Praxis reichen viele Anbieter sie an die Kunden weiter, entweder als Abzug vom Einsatz oder von der Auszahlung. Einige Buchmacher, darunter auffallend viele Newcomer, übernehmen die Steuer komplett aus der eigenen Marge und werben mit steuerfreien Wetten.
Gilt das Einzahlungslimit von 1.000 € pro Anbieter oder insgesamt?
Insgesamt. Das monatliche Limit von 1.000 € gilt anbieterübergreifend und wird über die zentrale Limitdatei des LUGAS-Systems in Echtzeit kontrolliert. Ein zusätzliches Konto bei einem neuen Wettanbieter erweitert Ihr Budget also nicht. Mit einem Einkommensnachweis lässt sich das persönliche Limit auf Antrag auf bis zu 10.000 € erhöhen.
Was ist der Unterschied zwischen LUGAS und OASIS?
LUGAS überwacht Limits und Aktivität: Es setzt das anbieterübergreifende Einzahlungslimit durch und verhindert paralleles Spielen bei mehreren Anbietern. OASIS ist die zentrale Sperrdatei, über die Selbst- und Fremdsperren laufen; die Mindestdauer einer Sperre beträgt drei Monate. Beide Systeme sind für jeden Anbieter mit deutscher Lizenz Pflicht, auch für Newcomer.
Welche Livewetten sind bei deutschen Anbietern erlaubt?
Erlaubt sind Livewetten auf das Endergebnis und auf seltene Ereignisse wie das nächste Tor oder den nächsten Satz. Livewetten auf häufige Ereignisse wie Ecken, Karten oder Einwürfe darf ein Anbieter mit deutscher Lizenz nicht anbieten, weil diese Märkte als manipulationsanfällig gelten. Wirbt ein neuer Buchmacher mit solchen Wetten, hat er keine deutsche Erlaubnis.
Woran erkenne ich schnell, ob ein neuer Wettanbieter seriös ist?
Vier Schnelltests reichen für den ersten Eindruck: ein Treffer auf der GGL-Whitelist, ein vollständiges Impressum mit erkennbarem Betreiber, eine Identitätsprüfung vor der ersten Einzahlung und realistische statt überzogener Bonusversprechen. Danach lohnt eine kleine Einzahlung mit früher Testauszahlung, um den Auszahlungsprozess einmal komplett zu durchlaufen.

Thomas Becker

Er prüft Online-Casinos auf Lizenzen, Angebot und Benutzerfreundlichkeit im deutschen Markt. Für ihn zeigt sich ein gutes Casino auf Dauer, nicht auf der Startseite.

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